Symbolträchtig, dort wo der Rhein-Rhône-Kanal die letzten 1.5 km bis zum Rhein mit der Ill teilt, steht das EU Parlament.

Elsässische Metropole und europäische Kapitale

Strassburg

Drei Tage eintauchen in Geschichte und Gegenwart der Stadt, das konnten wir bei herrlichem Wetter anfang April. Auf der Reise mit Peter Niederhäuser in Zusammenarbeit mit der VHS-W sehen wir dank kundiger Führung nicht nur das gotische Münster und das Europäische Parlament sondern auch die mittelalterliche Reichsstadt und die «deutsche» Stadt von 1900

4.–6. April 2025

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4. Wir kommen mit dem Zug im preussischen Neorenaissance-Bahnhof von 1883 an, dessen Vorplatz 2007 mit einer einer riesigen Glaskuppel überdacht wurde.

Nach dem Mittagessen gehts mit dem Tram ins Wacken-Viertel, wo um 1925 der Industrielle Charles-Léon Ungemach eine Gartenstadt mit 140 Einzelhäuser und privaten Gärten für Grossfamilien erstellen liess. Gleich Angrenzend das Neubau- und Geschäftsviertel Archipel aus diesem Jahrzehnt.

Im Bau «Louise-Weiss», dem 1999 eröffneten Europäische Parlament der Pariser Architekten «Architecture-Studio» tagen die 720 Vertreter der EU-Länder. Symptomatisch für die dysfunktionale EU: der offizielle Guide, wenige 100m von der Deutschen Grenze aufgewachsen, radebricht unverständliches Deutsch.

       

 

                   


5. Heute flanieren wir durch die Altstadt mit den Häusern aus Gotik und Renaissance. Die Altstadt ist, wie auf dem Stadtmodell zu sehen, eine von der Ill umflossene Insel: die Grand Ile - natürlich alles UNESCO-Weltkulturerbe..

Wir starten an der Place Kléber mit dem klassizistischen Militärbau aus dem 18. Jh., der Aubette.
In der rue des Grandes Arcades und den angrenzenden Gassen gibt es Fassaden aus allen Stilepochen vom Mittelalter bis zum Jugendstil zu bewundern.
Am Hauptarm der Ill liegt das Palais Rohan, einstiger Bischofspalast und Sitz mehrerer Museen. Südlich der Grand Ile liegt die Krutenau, einst das Quartier der Schiffer und Fischer. Die Grosse Metzig ist heute das Historischen Museum. Dort kann man den Kessel sehen, in dem die Zürcher den «Hirsebrei» 1456 noch warm nach Strassburg brachten.
Gleich nach dem alten Zoll kommt man ins Touristenviertel Petite France.
Herausragend im wahrsten Sinn aber ist das Münster. Die romanisch-gotische Kathedrale wurde wurde 1176 bis 1439 gebaut und ist bis heute das Wahrzeichen des Elsass. Bemerkenswert ist auch die Astronomische Uhr.

           

             

 

 

                 


6. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg ordnete Bismack den Wiederaufbau und die Erweiterung Strassburgs an. So entstand ab 1880 ein homogenes Gründerzeit-Ensemble mit Repräsentativbauten des Reiches und vielen Jugendstilbauten, die Neustadt, die seit 2017 ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Auf dem Weg kommen wir vorbei am Hanauer Hof (Rathaus) aus dem 18. Jh., dem riesigen Kornspeicher aus dem 15. Jh. sowie dem Janus-Brunnen von Tomi Ungerer, Sinnbild der elsässischen Geschichte zwischen Frankreich und Deutschland.
An der place de la République (ursprünglich Kaiserplatz) sehen wir als erstes die Bibliothèque nationale et universitaire, zweitgrösste Bibliothek Frankreichs. Im Zentrum des Platzes steht das Monument aux morts von 1936, das an Stelle des früheren Kaiser-Wilhelm-Denkmals errichtet wurde und an die im Ersten Weltkrieg Gefallenen erinnert; dahinter der Palais du Rhin, ehemals Kaiserpalast.

Zum Schluss besuchen wir auf eigene Faust das Musée d'Art Moderne et Contemporain mit Kandinskys "Musikzimmer" und gehen über die Barraga Vauban aus dem 17.Jh., die einen schönen Blick auf die Stadt zwischen den Flussarmen der Ill gewährt.