Die Möwe blickt mit uns vom Kapitolshügel hinunter auf das Forum Romanum.

Bekannte und unbekannte Schätze der ewigen Stadt

Das ewige Rom

Nachdem wir vor zwei Jahren eine RHZ-Studienreise
unter dem Titel «Rom jenseits des Kolosseums» gemacht haben,
die uns mehrheitlich in die Umgebung Roms geführt hatte,
gehen wir diesmal primär den archäologischen Schätzen in der Stadt nach.
Markus Roth, Projektleiter Kantonsarchäologie ZH und
der in Rom tätige Archäologe Andreas Schatzmann
führen uns fachkundig durch die antike Metropole.

24.–29. April 2024


Archäologen
Andreas Schatzmann und Markus Roth

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Routen-Karte ganz am Schluss

24. Anreise
Wir reisen individuell mit Flugzeug und LeonardoExpress an, das Hotel ist wenige Gehminuten vom Bahnhof.
Zum Akklimatisieren machen wir einen Spaziergang an den Tiber, am Abend trifft sich die Reisegruppe beim Nachtessen zum Kennenlernen.

       


25. Der erste Stadtspaziergang
beginnt auf dem Kapitol mit Blick auf das Forum Romanum. Der Sumpf zwischen den Stadthügeln wurde ca. 600 v.Chr. trocken gelegt und über Jahrhunderte für religiöse und profane Monumentalbauten genutzt. Wir gehen aber Richtung Velabrum und Forum Boarium. Gleich neben der Kapitolstreppe stehen noch einige Mauern der Insula Ara Coeli, einem mehr-stöckigen(!) Mietshaus der kaiserlichen Epoche. Aber auch weitere Bauten von Roms ältesten Handelsviertel kamen nach den Abrissarbeiten der 1920er Jahre bei Grabungen am westlichen Abhang des Kapitolshügels ans Licht.
Die mittelalterlichen Wohnungen auf den Arkaden des 13 v. Chr. vollendeten Marcellus-Theaters werden heute noch genutzt. Wo Romulus und Remus gefunden wurden, steht die Kirche San Giorgio in Velabro aus dem 8 Jh. und der Arcus Argentariorum, aus dem 2.Jh.
Etwas näher am Tiber die Casa dei Crescenzi, ein mittelalterliches mit Spolien versetztes Bürgerhaus. Daneben der Portunus Podiums-tempel und der älteste Marmorbau, der Hercules Victor Rundtempel aus dem 2. Jh. v.Chr. Die im 12. Jh. wieder aufgebaute Kirche Santa Maria in Cosmedin (Bocca della Veritá) hat einen ausserordentlich schönen Kosmatenboden.
Von der Ponte Palatino sieht man die Tiber-Insel und die älteste 62 v. Chr. errichtete Ponte Fabricio. So kommt man an die hinteren Bogen-gänge des Marcellus-Theaters.
Zum Abschluss Besuch im Vatikan: Petersplatz und Schweizer Garde.

                    

     

             

             


26. Heute starten wir mit einem archäologischen Kleinod: Unter einem modernen Haus am Aventin, Casa Bellezza, wurden 1958 drei mit Fresken bemalte Räume einer Residenz aus republikanischer Zeit entdeckt.
Gleich daneben Roms Rosengarten mit Blick auf die Überreste des Palatins, die Wege in Form einer Menora erinnern an den einstigen jüdischen Friedhof.
Die Basilika Santa Sabina, Curia des Dominikaner-Ordens, ist eine der ältesten und grössten früh-christlichen Kirchen Roms. Die Schnitzereien an der Tür zeigen u.a. eine der frühesten erhaltenen Darstellungen der Kreuzigung. Im riesigen, hellen Schiff verdrängen erstmals Rundbögen über den Säulen den Architrav. Die Intarsien an den Wänden sind die einzigen aus dem frühen 5. Jh. in Rom erhalten gebliebenen. Der Giardino degli Aranci nebenan trägt seinen Namen zu Recht.
Die jüdische Katakomben aus dem 3. & 4. Jh. Vigna Randanini stehen am Nachmittag auf dem Programm.
Der Eingang war ursprünglich ein gedeckter, in zwei Bereiche unterteilter Raum. Die Grabnischen wurden im vulkanischen Boden in die Wände der mehrere 100 m langen Gänge gehauen. Inschriften sind in Latein (oft mit griechischen Buchstaben), Griechisch und vereinzelt Aramäisch verfasst. Umfang und Farbigkeit der Dekorationen sind überwältigend!

             

           

             

             

           


27. Auf dem Hügel Celio, in einem äusserlich eher abweisenden Gebäudekomplex, ist die Basilika SS. Quattro Coronati aus dem 6. Jh. Im 9. Jh. wurde sie erweitert, im 11. Jh. nach Plünderung und Brand wesentlich kleiner wieder aufgebaut. Im 13. Jh. wurde das Kloster angelegt und die Kardinalsresidenz ausgebaut.
Prunkstück ist die Aula Gotica im ersten Stock, ein für Rom seltenes Beispiel gotischer Architektur, das durch die erst 1995 entdeckten Fresken beeindruckt, in denen byzantinische, antike und gotische Elemente verschmelzen.
Am Vorhof liegen das Atrium mit den interessanten Kalenderfresken und die Silvesterkapelle mit einem Freskenzyklus zur Taufe Kaiser Konstantins I, der die Überordnung des Papsttums über den Kaiser betont.
Die Apsis des Leonischen Triclini-ums ist ein Überrest des mittelalter-lichen Lateranpalastes. Vor der Lateranbasilika steht der grösste Obelisk Roms, im 15. Jh.v.Chr. geschaffen, erinnert er an Thutmosis III. Das Baptisterium des Lateran, um 315 von Konstantin ursprünglich rund errichtet, gilt als „Prototyp aller Baptisterien“.
Die Basilika S. Clemente, östlich des Kolosseums. Auf römische Gebäuderesten mit einem Mithräum aus dem 3. Jh. wurden im 4. Jh. die antiken Räume zur frühchristlichen Basilika ausgebaut, einige Fresken aus dem Frühmittelalter konnten gesichert werden. Im 12 Jh. wurde darüber die heutige Basilika, eine der am schönsten ausgestalteten mittelalterlichen Kirchen errichtet.
Die Domus Aurea war der riesige Palast, den Nero nach dem Brand 64 n.Chr. errichten liess. Die Anlage umfasste drei Portiken von total einer Meile Länge und einen künstlichen See. « Endlich ein Haus, das eines Menschen würdig ist »

         

             

         


28. Die Kirche S. Cosma e Damiano aus dem 6. Jh. nutzt antike Mauern des Templum Pacis (1. Jh.) von dem Teile als Katasteramt (Marmor-Stadtplan) umgenutzt worden waren. Das Apsismosaik zählt zu den bedeutendsten frühchristlichen Kunstwerken Roms. Der volto santo Seitenaltar wärmt die Herzen der (Ober-)Winterthurer ;-).
Auf der anderen Seite des Templum Pacis schliesst die Säulenhalle des Nervaforum aus dem 1. Jh. mit dem Minerva-Relief an. Nordwestlich folgt das ältere Augustusforum aus der Zeit um Christus mit dem Mars-Ultor-Tempel im Zentrum. Das örtlich und zeitlich letzte und auch grösste Forum fügte Trajan um 110 n. Chr. inkl. der Trajansmärkten an.
Vorbei an der Trajansäule und den Überresten der Basilica Ulpia, der einst grössten Basilika Roms gelangen wir ins Museo dei Fori Imperiali, das die Architektur der Kaiserforen und ihre Ausstattung unter Einbezug des antiken Gebäu-des selbst und der Ausgrabungs-funde veranschaulicht.
Den Schlusspunkt setzt der Besuch des Pantheon, das 128 n. Chr. fertiggestellt, eines der am besten erhaltenen Bauten der römischen Antike ist. Die Kuppel mit einem Innendurchmesser von 43,44 m ist bis heute die grösste aus unbewehrtem Beton gebaute.

             

       

 



Quelle: Univ.-Bibliothek Heidelberg / Kiepert, H., Atlas antiquus, Dietrich Reimer, 1890 / S. 16