RHZ Studienreise

Rom jenseits des Kolosseums

Bei schönstem Frühlingswetter geniessen wir 10 Tage Relikte der Antike,
Kunst und mussevolle Wanderungen in Rom und Latium.

Roms grosszügige und stimmungsvolle Parkanlagen laden ein zu entspannten Wanderungen im abgewogenen Kontrast zum Erleben antiker und mittelalterlicher Kunst-Highlights. Oft erlebt man beides zugleich, wie etwa auf der geschichtsträchtigen und idyllischen Via Appia Antica oder im Park der Aquädukte am Rande der Stadt. Gar nicht weit von Rom lassen sich mit Tivoli, Palestrina, dem Nemi-See, Ostia Antica und Bracciano Orte von grosser Ausstrahlungskraft erleben, die, stets eingebettet in anmutige Naturlandschaft, zum Wandern verlocken und zugleich mit Tempeln, Palästen oder Meisterwerken der Ingenieursbaukunst den Geist in Bewegung halten.

18. - 27. März 2022


Blick von den Farnesischen Gärten
ins Forum Romanum

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Routen-Karte ganz am Schluss

18. Gleich nach dem Hotelbezug auf dem Aventin, seit der Kaiserzeit eine bevorzugte Wohnlage, erkunden wir den südlichsten der sieben Hügel Roms.
Die Basilika Santa Sabina, Curia des Dominikaner-Ordens, ist eine der ältesten und grössten früh christlichen Kirchen Roms.
Die Schnitzereien an der Tür zeigen u.a. eine der frühesten erhaltenen Darstellungen der Kreuzigung.
Im lichtdurchfluteten Raum verdrängen erstmals Rundbögen über den Säulen den Architrav.
Die Wandverkleidung mit Intarsien sind als einzige aus dem frühen 5. Jh. in Rom erhalten geblieben.
Vom Giardino degli Aranci nebenan führt das klassische Tiber-Panorama den Blick bis zum Petersdom.


19. Seit der erste römische Kaiser, Augustus, im 1. Jh.v.Chr. auf dem Palatin seine Residenz eingerichtet hatte, residierten hier viele der römischen Kaiser. Neben dem Stadion stehen noch Reste des Palastkomplexes von Domitian. Als Konstantin im 3. Jh. seinen Sitz nach Konstantinopel verlegte, begann der Niedergang.

Das Forum Romanum war seit dem 6. Jh.v.Chr. Ort öffentlicher Gebäude, so auch die riesige Maxentiusbasilika aus dem 3. Jh. oder der Templum Pacis der im 6.Jh. unter den Ostgoten zur Kirche Santi Cosma e Damiano wurde, mit dem Apsismosaik, einem der bedeutendsten frühchristlichen Kunstwerke Roms.

Im 16. Jh wurde an der südwestlichen Seite des Hügels Celio der Park Celi Montana angelegt. Auf dem Hügel ist auch die Basilica S.Stefano Rotondo, ein über drei konzentrischen Kreisen errichteter Zentralbau. Das grossartige Bauwerk der Spätantike wurde leider im 12. Jh. auf den Zentralraum verkleinert.


20. Im weitläufigen archäologischer Park mit Pinien und Zypressen bekommt man auch heute noch einen lebhaften Eindruck vom Treiben und Handeln in der antiken Hafenstadt Ostia Antica, die bereits im 4. Jh. v.Chr gegründet wurde. Die meisten noch erhaltenen Gebäude stammen aus dem 2. Jh., wo die Stadt ihre grösste Blüte erlebte.

Die archäologische Sammlung des Museo Nazionale Romano ist eine der bedeutendsten weltweit. Im Palazzo Massimo findet sich die pompejanischen Wandmalerei aus der Villa di Livia die den Raum vollständig einfasst. Oder Räume aus der Villa della Farnesina. Oder Skulpturen aus der Zeit der römischen Republik. Oder . . .


21. Auf dem Kapitolshügel besuchen wir Kapitolinischen Museen. Hier sind u.a. die Reste der Kolossalstatue Konstantins, unglaublich plastische Reliefs vom Triumpfbogen und die Reiterstatue von Marcus Aurelius, die Wölfin die Romulus und Remus säugt, Herkules flankiert von Tritonen, Bilder von Caravaggio, . . .

Mitten in der Stadt, befindet sich ein Naturpark im englischen Stil. Villa Ada lädt mit Wälder und kleinen Seen zum Wandern.
Konstantins Mausoleum für seine Töchter, Santa Costanza, ein Rundbau Mitte des 3. Jh., dessen Mosaiken im Tonnengewölbe des Umgangs zu den bedeutendsten der frühchristlichen Kunst zählen.


22. Auf dem Nemi-See, 30 km südöstlich von Rom, liess der tyrannische Kaiser Gaius Caesar Germanicus (Caligiula) zwei über 70 m lange Schiffe mit Tempel- und Palastaufbauten bauen, die auf dem kleinen Kratersee kaum navigieren konnten.
Mussolini liess den See abpumpen und dann die Schiffe bergen und restaurieren. Sie wurden in einer extra auf Mass dafür errichteten Museumshalle untergebracht, wo sie nach einem Bombardement im Krieg verbrannten.
Im Museum gibt es ein Video der Bergung und Modelle der Schiffe, Reste der Reling sind im Museo Nazionale Romano ausgestellt.

Am steilen Monte Ginestro 37 km östlich von Rom liegt das antike Praeneste (heute Palestrina). Hier befand sich eine Terrassenanlage mit einer Orakelstätte im unteren Teil und dem Tempel der Fortuna darüber. Im Museo Nazionale Prenestino sind u.a. Grabbeigaben aus dem 5.-3. Jh.v.Chr. und das rekonstruierte antike Nilmosaik.


23. Die 312 v.Chr. angelegte und später bis nach Brindisi verlängerte Via Appia war eine der wichtigsten Strassen des römischen Reiches.
Im Valle della Caffarella, eine grüne, ländliche Idylle die tief in die Stadt führt, ist die Via Appia für den Verkehr gesperrt, zeigt teils noch das antike Pflaster und ist gesäumt von Pinien und Memorialbauten.

Ebenfalls zum Appia-Regionalpark gehört der Parco degli Acquedotti: Überreste von sieben römischen Aquädukten aus der Zeit zwischen 270 v.Chr. (Anio Vetus) und dem 16.Jh. (Acqua Fenice) und weitere archäologischen Bauten wie z.B. der Zollturm sind verstreut auf dem weitläufigen Gelände anzutreffen, nur ein Restaurant fehlt.


24. Nordöstlich von Rom, kurz vor Tivoli befindet sich die grösste römische Palastanlage aller Zeiten: Die Villa Adriana spiegelt die Eindrücke, die Hadrian bei seinen Reisen in Griechenland und Ägypten gesammelt hatte. Die Palaststadt wurde im 2. Jh. als Sommer- und Altersresidenz in einem 125 Hektar grossen Park erbaut.

Die Villa d’Este, ein Palast aus dem 16.Jh ist ein Hauptwerk der italienischen Gartenkunst der Renaissance.
Als erste der giardini delle meraviglie beeinflussten sie die Gartenarchitektur in ganz Europa.
In den 1920er Jahren wurde die Anlage umfangreich renoviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sie ist seit 2001 UNESCO-Welterbe.

Um den Fluss Aniene, der hier 120 Meter in die Tiefe stürzt, von Tivoli fern zu halten, liess Papst Gregor XVI Anfang des 19. Jh. im Valle dell’Inferno die Villa Gregoriana bauen.
Ein Rundtempel aus dem 2. und ein Pseudoperipteros aus dem
1. Jh.v.Chr. stehen noch in der Akropolis.


25. Wir starten beim Grabmal des Grossbäckers Eurysaces (30 v.Chr) an der Porta Maggiore, ein Stadttor im Aquädukt der Aqua Claudia (das allerdings erst hundert Jahre später erbaut wurde).
Heute fährt durch das Stadttor die Schmalspurbahn Roma-Giardinetti, diese bringt uns hinaus zum Park Villa de Sanctis in der Römerzeit Ad Duos Lauros.
Kaiser Konstantin liess hier, drei Meilen ausserhalb der Stadtmauern, zu Beginn des 4. Jh. für seine Mutter Helena ein Mausoleum errichten. Direkt daneben stehen auch noch die Reste der Umgangsbasilika Santi Marcellino e Pietro sowie die gleichnamige, mit Fresken ausgeschmückte Katakombe in der sich reiche Christen bestatten liessen.

Santa Maria Maggiore auf dem Esquilin, eine der vier Papst-Basiliken, ist die älteste Marienkirche Roms und die einzige frühchristliche Kirche aus dem 5.Jh., deren Mosaiken (wenigstens am früheren Apsisbogen und an den Längswänden des Mittelschiffs) weitgehend erhalten sind.

Auf der Piazza del Popolo steht der Obelisco Flaminio, der nach der Unterwerfung Ägyptens nach Rom verbracht wurde. Die Zwillings-kirchen, Sta Maria in Montesanto und Sta Maria dei Miracoli schliessen den Platz nach Süden ab. Im Osten der Pinciohügel mit dem Park Villa Borghese, dahinter die Galleria Nazionale d'Arte Moderna.


26. Das mittelalterliche Städtchen Bracciano am gleichnamigen Kratersee wird von einer mächtigen Burg überragt, der einzigen in Latium, die seit dem Bau im 14.Jh. bewohnt ist, zunächst von den Orsini und seit dem 18.Jh. von den Odescalchi. In den drei Wohntrakten sind Einrichtungen und Malereien aus dem 15. und 16.Jh. zu sehen.


27. San Paolo fuori le mura, eine der vier Basilicae maiores (Papstbasiliken) und die einzige noch intakte antike Grosskirche Roms wurde im Auftrag von Kaiser Konstantin im 4.Jh. über dem Grab des Apostels Paulus errichtet.
Seit dem 6.Jh. besteht in San Paolo auch eine Benediktinerabtei.