Töfftour 3'300 km von Portugal nach Hause

Lusitanien

Bei bestem Frühsommerwetter, nicht mehr kalt und noch nicht heiss,
machen wir uns wieder mal auf eine grosse Tour mit dem C1.

Wir lassen den Roller nacht Porto transportieren, kommen mit dem Flieger nach und fahren erst mal Richtung Süden. In der Algarve verweilen wir ein paar Tage bei Freunden, bevor wir uns via Spanien und Frankreich auf den Heimweg machen.
Für das Unterfangen geben wir uns gut drei Wochen Zeit. Soviel vorweg:
es kommt nicht ganz so wie geplant, doch alles wird gut.

22. Mai - 11. Juni 2023


C1 vollbepackt im Reise-Modus

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Routen-Karte ganz am Schluss

22 Flug nach Porto
23 Porto
24 Porto-Foz de Côa (Douro)
25 (Felszeichng) Foz de Côa-Coimbra
26 Coimbra
27 Coimbra-Setúbal
28 Setúbal (Panne)

29 Setúbal-Pêra
30 Pêra (praia grande)
31 Pêra (sete vales suspensos)
01 Pêra (costa de Sao Vicente)
02 Pêra-Évora
03 Évora-Salamanca
04 Salamanca-Burgos

05 Burgos-Pamplona
06 Pamplona-Lourdes
07 Lourdes-Leucate
08 Leucate-Uzès
09 Uzès
10 Uzès-Nyon
11 Nyon-Winterthur


05.13. & 14. Gut eine Woche vor Abreise machen wir den C1 bereit. In den zwei 50-Liter-Taschen ist alles, was wir auf den Flug und ins Hotel mitnehmen: die Kompres-sionssäcke, die unter dem Armaturenbrett hängen und die Innentaschen der Seitenkoffer.
Bei strömendem Regen wird der C1 abgeholt und nach Porto gebracht.


05.22. Am Montagabend fliegen wir dem C1 hinterher nach Porto.
Vor gut 34 Jahren hatten wir mal eine Velotour von Lissabon Richtung Norden gestartet, sind aber nur bis Óbidos gekommen, dort zwang uns das Wetter in den Süden zu fahren.
Diesmal soll es nun mit dem Roller durchs ganze Land gehen.


23. Vom Hotel direkt beim Flughafen mit der Metro ins Zentrum von Porto, das zum Welterbe gehört. Als erstes fallen die typischen Fassaden auf. Im Mercado do Bolhão gibts Seafood. Von der São Ildefonso fahren wir mit dem SightSeeing-Bus am Cais das Pedras hinaus bis zur Ponte de Arrábida und weiter zum Castelo do Queijo, zurück via Torre dos Clérigos, den Igrejas do Carmo & do São Francisco und der Markt-halle Ferreira Borges zum Bahnhof São Bento. Zu Fuss über die Ponte Luís I nach Gaia und mit der Tele-férico an den Cais do Douro, dem Zentrum des Portweinhandels. Nach einem Gläschen Port auf der unteren Ebene der Brücke zurück und hinauf in die Altstadt zu Sardinhas fritas und Bolinhos de Bacalhau.

                       

                     

                     


24. Das Douro-Tal zählt zu den schönsten Landschaften Portugals und gehört ebenfalls zum Welterbe. Von Porto aus, wo der Fluss mündet, verläuft die kurvenreiche Rota die Vino do Porto auf halber Höhe ca. 200 km Richtung spanische Grenze, ein Traum zum Töfffahren. Hier, in den terrassenförmig angelegten Weinbergen entsteht der Portwein.


25. Im Parque Arqueológico do Vale do Côa wurden Ende der 1980er Jahre tausende in Schiefer geritzte Petroglyphen teils aus dem Paläolithikum entdeckt, natürlich Welterbe! Ohne Hilfe der Guides sind diese aber kaum zu erkennen. Am Nachmittag fahren wir über fast leere Strassen 200 km durch das Beira alta nach Coimbra.


26. Coimbra – einst Hauptstadt des portugiesischen Königreichs – trieft bis heute vor Geschichte: Das Kloster Santa Cruz, im Mittelalter geistiges Zentrum und Grablege der Könige, die alte Kathedrale Se Velha, der römische Kryptoportikus im Keller des Nationalmuseums und die älteste Uni mit der ältesten Bibliothek, Welterbe zum vierten.

                   

                   

                   


27. Von Coimbra queren wir über die S.Isabel Drahtseilbrücke den den Mondego und fahren am Kloster Batalha vorbei (ein Welterbe, das wir auslassen) weiter durch das Ribatejo knapp 250 km nach Süden dem Rand des Naturschutzgebietes Estuário do Tejo entlang auf die Halbinsel nach Setúbal.


28. Nirgendwo in Portugal bekommt man besseren Fisch: Setúbal war einst der wichtigste Fischereihafen. Herrlich unprätentiöse alte Stadt-paläste, Plätze mit Steinbrunnen.
Das alles hätten wir kaum mitbe-kommen, wäre nicht hier unsere Batterie mit Zellenschluss abgelegen, worauf der ACP unsern C1 auf eine kafkaeske Odyssee schickte. . .


29. Eine neue Batterie hatten wir inzwischen, aber der C1 sollte «frühestens ca. 16 Uhr» in die Werkstatt geliefert werden. Wurde er aber nicht.
So entschlossen wir uns die Reise mit einem Mietwagen fortzusetzen und fuhren am Abend direkt zu unseren Freunden in die Algarve, gut 200 km auf der Autobahn.


30. Ein ausgedehnter Spaziergang führt uns durch ein Schutzgebiet mit Kiefernwäldchen, Marschland und Dünen, wo nebst Steppengras Thymian, wilde Pistazie, wilder Fenchel und wilde Spargeln wachsen und weiter an die Praia Grande de Pêra. Zum Abschluss ein erfrischendes Bad im Atlantik.

           

 


31. Etwas östlich von Portimão führt ein Naturpfad duch die Klippen der Sete Vales Suspensos, die im Laufe der Jahrmillionen von einer sich schnell zurückziehenden Küstenlinie und der Erosion gebildet wurden.
Ein imposantes Relief und Lebens-raum für seltene Wacholderdickichte, verschiedene Meeresvögel und in den Karsthöhlen Fledermäuse.


01. Über Silves gelangen wir in die Serra de Monchique, welche die Algarve vom Alentejo trennt, wird wegen der üppig bewachsenen Land-schaft mit sanften Hügeln, dichten Wäldern und fliessenden Bächen auch «Garten der Algarve» genannt.
Bei Bordeira kommen wir an die Costa Vicentina, eine wilde, natürliche Küste mit an die 50m hohen Klippen, unterbrochen von Sandstränden, die bis zum südwestlichen Zipfel des Kontinents, dem Cabo de São Vicente reicht.
Auf dem Rückweg besuchen wir das Museu do Portimão. Das vom Europarat ausgezeichnete, wohl interessanteste Museum der Algarve zeigt Geschichte und Entwicklung der Sardinen-Industrie.

               

               


02. Danke Evelyn und Walter für die Gastfreundschaft – für uns beginnt der Rückweg Richtung Norden. Erst durch den Alentejo bis Montijo, wo uns Antonio zu seiner Quinta führt (er hatte die Odyssee des Rollers beendet und alles in Ordnung gebracht) – endlich haben wir unseren C1 wieder! Wir geniessen die knapp 150 km bis Évora.


03. Évora, Hauptstadt des Alentejo, ist eine römischen Gründung und war im 15.Jh. Wohnsitz der portugiesischen Könige. Das in der Folge dieser Blütezeit entstandene urbane Gefüge mit der gotischen Kathedrale ist Welterbe. Mehrere Aquädukte und ein Säulen-Tempel zeugen vom römischen Erbe.

                   

Wir fahren fast alles parallel zur Autobahn auf mit EU-Geldern sehr gut ausgebauten, praktisch leeren Überlandstrassen ca. 400 km vom Alentejo durch die spanische Extremadura an Badajoz und Caceres vorbei Richtung Norden bis nach Kastilien und treffen kurz nach 20 Uhr in Salamanca ein.

                   


04. Die auf gut 800m in der Iberi-schen Hochebene liegende Provinz-Hauptstadt Salamanca mit knapp 150'000 Einwohnern, ist eine alte keltiberische Gründung.
Schon zur Römerzeit ein wichtiges Handelszentrum, erreichte die Stadt im 16.Jh. ihre Blüte.
Die Altstadt mit ihrer kunstvollen Sandsteinarchitektur ist Welterbe.

               

         

Wir fahren durch das altkastilische Hochland, die Meseta Norte und treffen wir wieder auf den Duoro, der hier Duero heisst.
Valladolid mit 300'000 Einwohnern Hauptstadt der Autonomen Region Kastilien-León war im Spät-mittelalter Hauptstadt Kastiliens und kurz auch Spaniens wovon die Renaissance Plaza Mayor zeugt.
Nach insgesamt gut 250km treffen wir in Burgos ein. Die Stadt mit ca. 180'000 Einwohnern war im 11.Jh. Krönungsstadt der Könige von Kastilien und ist durch ihre intakte mittelalterliche Architektur geprägt. Die Bläser begrüssen uns von den Balustraden der riesigen gotischen Kathedrale (Welterbe). In den engen Gassen geniessen wir Tapas.

       

       


05. Heute fahren wir über das Iberische Randgebirge ins Ebro-Tal, d.h. durch das Rioja-Gebiet dann nach Norden bis Pamplona (Iruña). 74 v.Chr. von Pompeius zur Sicherung des Pyrenäenübergangs gegründet, liegt die heutige Haupt-stadt von Navarra am Jakobsweg,
so treffen wir viele Pilger an.

         

                 


06. Nicht alle Strassenschilder, die wir im Baskenland antreffen, verstehen wir auch ;-) Eigentlich wollten wir via Jaca-ColBassata-Pau nach Frankreich, aber wir mussten dem schlechten Wetter nach Westen ausweichen und sind entlang dem camino frances über den Puerto de Ibañeta nach SaintJean-Pied-de-Port gefahren.
Hier ist alles viel grüner und wir rollen am Fuss der teils verschneiten Pyrenäen nach Osten bis Lourdes, einem der weltweit meistbesuchten Wallfahrtsorte.
Aus der Grotte von Massabielle entspringt eine Quelle mit dem Lourdeswasser, darüber die 1871 vollendete neugotische Basilika.

             

         


07. Von Lourdes fahren wir weiter den Pyrenäen entlang nach Osten u.a. durch Foix mit seiner Burg aus dem 10. Jh., queren die Schluchten von Arriège und Aude bis wir nördlich von Perpignan ans Mittelmeer kommen. Je östlicher wir kommen, desto stürmischer wird der Wind und wir sind froh, in Leucate Port vom Roller zu steigen.

 

                 


08. Die Sonne ist zurück und mit ihr die Idee noch einmal im Meer zu schwimmen. Kurz vor Sète, auf der Landzunge, die den Étag de Thau vom Meer trennt, setzen wir das auch um. Weil Montpellier in einer Umweltzone liegt, und wir keine Crit'Air-Plakette haben, fahren wir durchs Hinterland bis Uzès.

 

         


09. Die Römer haben beim keltischen Oppidum Ucetia die Quellen gefasst und via den Pont du Gard Nîmes versorgt.
Bereits im 5.Jh. war Uzès Bischofs-sitz. Das frühmittelalterliche Handelsstädtchen hatte im 18.Jh. mit dem Textilhandel seine Blüte. Uns gefällt die stimmige, intakte Altstadt mit dem Herzogsplast, der Place aux Herbes, vielen Stadt-palästen, dem historischen Spital, einem mittelalterlichem Kräuter-garten und der Kathedrale mit der Tour Fenestrelle. Daneben steht noch das Haus in dem Jean Racine, einer der grossen Autoren der französischen Klassik wohnte.

       

       


Geduld

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