Indien - Nationalpärke


Indien ist eine kulturelle Einheit inmitten von Vielfalt, ein Bündel von Widersprüchen, zusammengehalten von starken unsichtbaren Fäden. Jawaharlal Nehru

24. Dezember 2009 / 6. Januar 2010

24. Nach einer kurzen Nacht (Landung um 0 Uhr 30) fahren wir am Morgen als erstes nach Old Delhi und besichtigen die Moschee Jamia Masjid, welche der Grossmogul Shah Jahan 1650 erbauen liess.
Mit der Velo-Rikscha erkunden wir den Basar und gelangen so zum roten Fort Lal Qila, ebenfalls aus der Zeit von Shah Jahan.

Am Ufer des Yamunna ist das Raj Ghat, die Gandhi-Gedenkstätte.
Das schönste Bauwerk der frühen Mogul-Epoche ist das Humayun-Mausoleum mit zugehöriger Gartenanlage.
Zum Abschluss sehen wir noch das Delhi Gate, die Champs-Elisées von Delhi.


25. Sechseinhalb Stunden dauert die Fahrt von New Dehli zum Corbett NP rund 200 km nach Nordosten.
Hochbetrieb herrscht auf und neben der Strasse. Oestlich von Ghaziabad überqueren wir den heiligen Fluss Ganges. Das ganze Gebiet ist eine riesige Tiefebene.

Auf dem National Highway 24 ist die Hölle los: alles - wirklich alles - fährt hier kreuz und quer: Velotransporter, Pferde- und Wasserbüffel-Fuhrwerke, Motorräder, Tuk-Tuks, Autos und Lastwagen.
Jeder fährt so schnell er halt kann. Der Platz im Fahrzeug 3-4 Pers. auf dem Töff, 12 im TukTuk wird aufs letzte ausgereizt.


26. Der Corbett NP liegt auf 400m, d.h. gut 200m über der Ganges Tiefebene am Fuss des Himalaya.
Es ist ein Tiger-Reservat, allerdings haben wir keinen zu Gesicht bekommen, obwohl wir schon um 6 Uhr auf die Jeep-Safari gingen. Zu sehen gab es Vögel wie z.B. den Kingfisher und wilde Elephanten.

Am Nachmittag gingen wir auf Elephanten-Safari. Ganz still schaukelten wir eineinhalb Stunden durch den Dschungel und sahen Rotwild (white spotted deer) und Lemuren (die wir am Morgen frierend auch schon sehen konnten).


27. Auf dem Weg gen Süden zeigt unser Fahrer Sonu uns stolz sein bäuerliches Heim.
In Bulandshar am heiligen Fluss Ganges angekommen, stachelte uns der Besitzer einer Sandinsel zu seinen raffiniert geschützten Pflanzungen mitten im Gagnes und zeigte uns stolz seine Tomaten.

Wir übernachten im 150 Jahre alten imposanten Fort Unchagaon und bestaunen mit gemischten Gefühlen die 11 Tiger im Trophäen-Zimmer des indischen Maharadscha und späteren M.P.
Ab ca. 1960 wurde die Jagd generell verboten. .


28. Heute steht das meist fotografierte Gebäude auf dem Programm: überwältigend die Dimensionen der Anlage, überwältigend die handwerkliche Leistung der Steinmetze vor drehundertfünfzig Jahren, überwältigend schon der Vorgarten mit dem inneren Tor, überwältigend die makellose Symmetrie bis ins Detail,

überwältigend auch die Warteschlange jener, die bis zu den Sarkophagen vordringen wollen.
Das Mausoleum für Mumtaz Mahal liess Shah Jahan als Denkmal unvergänglicher Liebe erstellen. In nur 22 Jahren soll nicht nur der 100x100 m grosse Hauptbau aus weissem Marmor, sondern die gesamte 60'000 m2 grosse Anlage gebaut worden sein.


29. Im Keoladeo Vogelschutzpark treffen wir auf einen exzellenten "Naturalisten" mit ebensolchem Fernrohr. Er führte uns zu einigen der vierhundert im Park lebenden, meist gut getarnten Vogelarten. So bekamen wir unter anderem den Bri Starling, die Spotted Owlet und den White E..red Bulbul zu Gesicht.

Die heutige Fahrt führt uns von Bharatpur tief ins auch für indische Verhältnisse arme und rückständige Rajasthan hinein zum Ranthambore-Nationalpark. Das Land ist - wo es nicht Trockesteppe oder kleine Reisfelder hat - über weite Strecken mit blühenden Rapsfeldern bedeckt. Der Kamel-Karren ist hier noch gängiges Transportmittel.


30. Der landschaftlich wunderbare Nationalpark Rathambhore lädt zum verweilen ein.
Abweisend, der Black Faced Lemor (wenn man ihm näher als drei Meter kommt).
Einladend, die frischen Tiger-Fussabdrücke (das passende Tier konnten wir aber leider nicht finden).

Selten, die indischen Antilopen
Imposant die kämpfenden Sambar-Hirsche.
Schwierig, die quirligen Wildschweine abzulichten.
Wir machen frühmorgens und am Nachmittag je eine Jeep-Safari in dem zu den ersten und schönsten Nationalpärke Indiens zählenden Park.


31. Impressionen von der Strasse auf der 265km langen Tour von Rajasthan in den Bundesstaat Madhya Pradesh; Wäsche trocknen auf indische Art, gewaschen wird am Fluss oder im See. Auch die Heiligen (Kühe) müssen arbeiten. Die Schneiderei mit Grossmutters Nähmaschine in Aktion.

(ab 10 Uhr) offene Werkstätten jeder Art.
Auch Gläubige brauchen Essen.
Weit und breit kein Auto, dafür tausende Töffs (Kapazität 4 Personen: Eltern plus 2 Kinder) und Tuk-Tuks (Kapazität 12 Personen)


01. Vor 500 Jahren legte Raja Singh den Grundstein für die Hauptstadt des bedeutendsten zentralindischen Königreiches Bundela. Die Fresken im Raj Mahal sind erstaunlich gut erhalten. Der Jehagir Mahal ist schönstes Beispiel hindu-islamischer Architektur. Orcha ist auch heute noch eine farbige und vielbesuchte Tempelstadt.

Khajuraho gilt als die wichtigste kulturhistorische Stätte Indiens. Die 80 Hindu-Tempel aus dem 10. und 11. Jahrhundert sind die bedeutendsten Beispiele indo-arischer Architektur. Anziehungspunkt sind die detailgenau skulpturierten erotischen Szenen. Die 5-stufigen mehrteiligen Shikharas symbolisieren den Weltenberg.


02. Im Panna Nationalpark, der sich über drei Geländestufen von 200 bis 600 m erstreckt, sehen wir im Morgengrauen am Waldrand ein Prachtsexemplar des Pferdehirsches (Sambar) und etwas später in der Steppe die Indische Gazelle (Chinkara) natürlich auch wieder den indischen Nationalvorgel, den Pfau, der sich diesmal sogar ablichten lässt.

Eine mehr als hundert Meter hohe Felswand bietet Schutz für die Nistplätze des indischen Geiers und auch für das Kahlkopf-Geier Pärchen, das sich auf einem Baum über der Klippe in der Morgensonne wärmt. Auf der Sandbank eines Zubringer-Flüssleins zum Ken River entdecken wir Sumpf-Krokodile.


03. Der Bandhavgarh Nationalpark ist mit über 400 qkm einer der grossen und bekannt für seine Biodiversität. Allerdings treffen wir auf der Morgensafari praktisch keine Säugetriere. Dafür präsentiert sich die Hirtenmaina mit ihrem gelben Schnabel und überall auf den Sal-Bäumen wachsen die Orchideen. Der Makake wird vom Guide als "red face" bezeichnet, ist aber nicht identisch mit der entsprechenden japanischen Art.

Potentiell wäre es in jedem anderen Park auch möglich gewesen, aber hier ist die grösste Tigerdichte und so hatten wir das Glück, ein Prachtsexemplar, den Doyen unter den ca. 50 Königstiger im Park zu Gesicht zu bekommen. Zum Abschluss der Nachmittagsafari gucken noch zwei Zwergohreule aus einem Astloch.


04. Wieder unterwegs nach Süden, macht uns der Fahrer auf einen Baum aufmerksam, in dem dutzende Flughunde hängen. Auch hier treffen wir wieder Auf Frauen, die Holz aus den Wäldern auf dem Kopf nach Hause tragen. In Mandla reinigen die Menschen Velo, Körper und Seele im Wasser des Narmada.

Nach rund 6 stündiger Fahrt über Land kommen wir gerade rechtzeitig für unsere letzte Nachmittagssafari im knapp 300 km entfernten Kanha Nationalpark an. Hier erspähen wir indische Sumpfhirsche am Ufer eines kleinen Sees. Natürlich gibts auch in diesem Park jede Menge Axishirsche und zum Abschluss nochmal einen schönen Pferdehirsch (Sambar).


05. Die erste Hälfte des Weges nach Nagpur führt durch ein Gebiet mit viel Milchwirtschaft und Getreideanbau. Die Höfe sind aufgeräumt und sauber. Gedroschen wird mit einachsigen Wasserbüffel- oder Kuh-Karren. Der Transport erfolgt mit Muskelkraft (wenn auch nicht unbedingt der eigenen).

Mit nur wenigen Minuten Verpätung fährt unser Zug im Bahnhof Nagpur ein. Die 15-stündige Fahrt nach Mumbaigeniessen wir privilegiert im geräumigen klimatisierten 1.Klass-Schlafabteil das sogar über Strom verfügt. Eine Barriere hält nur Tuk-Tuks und Autos zurück, Zweiräder und Fussgänger gehen bis zur letzten Sekunde über die Geleise.


06. Das Wahrzeichen von Mumbai, der grössten Stadt Indiens und mit über 20 Millionen Einwohnern fünftgrössten Metropolregion der Welt, ist der Gateway of India (dahinter das Taj-Mahal-Hotel), die Höhlentempel von Elephanta aus dem 7.Jh. zählen zu den schönsten Indiens, Die Victoria Station, alles UNESCO Weltkulturerbe!

Gleich vis-à-vis das Rathaus. (Ohne Bild das Prince of Wales- und das Gandhi Museum, die Haji Ali Moschee, das neugotische Universitätsgebäude und die Hangig Gardens). Der Marine Drive wird in der Nacht zur Queen's Necklace. Die Dhobi Ghats sind die Wäscherei für Hotels und Spitäler.